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Body Mass Index (BMI) – Übergewicht – Untergewicht  
 

Störungen des Körpergewichts sind eine der häufigen Ursachen psychosomatischer Erkrankungen.

Vor allem das erhöhte Körpergewicht kann eine Vielzahl körperlicher Beschwerden nach sich ziehen: Schmerzen in Muskeln und Gelenken, Atemnot, Schlafstörungen, Zuckerkrankheit und einiges andere mehr. In den meisten Fällen ist Übergewicht eine Folge übermäßiger Kalorienzufuhr, nur selten tritt Übergewicht als Folge von anderen medizinischen Krankheiten auf.

Tatsächlich ist es so: Wenn Sie jeden Tag nur ein wenig mehr essen, als Ihr Körper braucht (z.B. täglich einen Fruchtjoghurt mit ca. 150 kcal), dann werden Sie alleine dadurch im Jahr ca. 5 bis 7 kg zunehmen. Mit den Jahren kann da schon allerhand zusammenkommen. Das gute daran ist aber: Eine kleine, aber konsequent durchgehaltene Verhaltensänderung macht oft schon eine beträchtliche Gewichtsabnahme möglich!

Zu niedriges Körpergewicht ist ein mögliches Symptom weiterer psychosomatischer Störungen, z.B. der Anorexie. Zu niedriges Körpergewicht tritt aber auch häufig als Folge einer Depression auf, oder auch bei körperlichen Erkrankungen wie chronischen Darmentzündungen oder Durchblutungsstörungen im Bauchbereich.

Der Body Mass Index (BMI) gibt Auskunft über den Ernährungsstaus des Körpers, präziser gesprochen, über die Menge des Körperfettgewebes.

Der BMI wird nach folgender Formel berechnet:

Gewicht in Kilogramm (kg) / Körpergröße (m)2

Die Normalwerte für Männer und Frauen sind identisch.

Der Normalwert beträgt 18,5-24,9, Werte zwischen 25 und 30 zeigen ein Übergewicht, Werte über 30 zeigen ein starkes Übergewicht (Adipositas) an. Werte oberhalb von 40 sind in der Regel ein Hinweis auf eine dringend behandlungsbedürftige Fettsucht (Adipositas Grad III). BMI-Werte unter 18,5 sind Hinweis auf ein Untergewicht, von einem kritischen Untergewicht ist auszugehen, wenn der BMI kleiner als 16 ist.

Die diagnostischen Kriterien der Anorexia nervosa (Magersucht) sehen laut ICD-10 einen BMI von ≤ 17.5 vor. Die Diagnose einer Anorexie kann aber nicht allein aufgrund des Untergewichts gestellt werden.

 

 
BMI-Rechner  

Um den BMI zur berechnen, geben Sie in dem Formular die Körpergröße in cm und das Gewicht in kg ein und klicken dann auf den Button "Berechnen". Mit dem Button "Zurücksetzen" können Sie Ihre Eingaben in dem Formular auch wieder löschen.

 
Größe (cm) Gewicht (kg) BMI Bewertung
 

  

 

 

Übergewicht: Adipositasklassifikation der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in ihrem Report 1995 und 1998 Übergewicht und Adipositas folgendermaßen klassifiziert:

 
  BMI kg/(m)²
Normalgewicht 18,5 - 24,9
Übergewicht 25,0 - 29,9
Adipositas Grad I 30,0 - 34,9
Adipositas Grad II 35 - 39,9
Extreme Adipositas Grad III > 40
 

Liegt der BMI-Wert über 30, so ist das Übergewicht behandlungsbedürftig. Auch bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 wird eine Behandlungsempfehlung gegeben, wenn gleichzeitig Begleiterkrankungen auftreten. Man geht davon aus, daß ungefähr die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland übergewichtig ist. Übergewichtige Menschen haben eine geringere Lebenserwartung.

Übergewicht sollte nicht während der Schwangerschaft und in der Stillzeit reduziert werden. Auch bei verschiedenen Erkrankungen, die eine Gewichtsreduktion mit sich bringen, wie z. B. Tuberkulose oder Krebs, ist eine Behandlung von Übergewicht nicht sinnvoll. Leiden Übergewichtige gleichzeitig an einer chonischen Erkrankung, so muß hier der Nutzen gegen das Risiko abgewogen und eine individuelle Entscheidung zur Behandlung des Übergewichts getroffen werden. Diese individuelle Entscheidung ist auch bei Menschen im höheren Lebensalter wichtig. Hier sollte man besonders auch an die Lebensqualität in den letzten Lebensjahren denken.

 

 

Anorexia nervosa (Magersucht):

Magersucht ist eine Störung des Eßverhaltens, die durch seelische Probleme ausgelöst wird. 95 Prozent aller Betroffenen sind Frauen. Oft beginnt die Magersucht in der Pubertät. Ein erstmaliges Auftreten der Erkrankung nach dem 25. Lebensjahr ist selten. Allerdings nimmt die Zahl der Frauen, die ab dem 30. Lebensjahr magersüchtig werden zu. Die Sterblichkeit ist mit 8 bis 12 Prozent sehr hoch.

Essstörungen, wie die Anorexia nervosa sind sehr stark von den sozialen Umständen geprägt. Als "Massenerkrankung" kommen sie v.a. in den westlichen Industrieländern vor. Auch das "Mager‑Model"-Schönheitsideal spielt für Frauen in den Industrienationen heutzutage eine große Rolle. Besonders hoch ist das Krankheitsrisiko bei Mädchen aus stark erfolgsorientierten Familien.

Magersüchtige verleugnen ihren Hunger und sehen nicht ein, dass sie krank sind. Sie nehmen ihren Körper nicht in realistischer Weise wahr. Oft fühlen sie sich immer noch zu dick, obwohl ihr Körper tatsächlich völlig ausgezehrt ist. Diese Körperbildstörung ist ein Teil der Krankheit.

Die Anorexie kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, v.a. kommt es häufig zu Stoffwechselstörungen und Störungen im Elektrolythaushalt. Auch kann eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen. Durch die mangelnde Versogung mit Nährstoffen kommt es zu Haut- und Haarerkrankungen. Bei magersüchtigen Mädchen bleibt häufig die Regelblutung aus. Viele leiden unter chronischer Verstopfung. Wenn die Magersucht mit künstlich herbeigeführtem Erbrechen verbunden ist, kommt es oft zu Zahnschäden (Karies) und zu einer chronischen Entzündung der Ohrspeicheldrüsen (Parotitis). Bei der Hälfte der Betroffenen kommt es zu schweren Depressionen und sozialer Isolation. In diesem Fall ist die Suizidgefahr besonders hoch. Die Depression ist dabei oft eine unmittelbare Folge des Untergewichts, d.h.: allein das Dünnsein macht ab einer gewissen Grenze schon depressiv. Dies ist auch der Grund, weswegen die meisten Psychotherapie-Kliniken ein Mindestaufnahmegewicht verlangen.

 

 

Bulimie (Ess-Brechsucht):

85 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt ständig zu und ist mit 3 Prozent bei den 15 bis 35jährigen höher, als die Zahl der Neuerkrankungen an Magersucht. Häufig tritt die Bulimie als Folge bzw. nach einer Anorexia nervosa auf. Dabei kann es möglicherweise zu Übergangsstadien kommen.

Ess-Brech-Süchtige leiden unter Essanfällen, manchmal von den Patienntinnen selber als "Fressanfälle" bezeichnet. Meistens werden zwischen 3.000 und 10.000 kcal pro Tag aufgenommen. In Extremfällen kann eine Betroffene bis zu 30.000 kcal in sich hineinstopfen. Nach dem Essen wird dann sofort das Erbrechen herbeigeführt. Meistens schämen sich die Betroffenen. Die Gier nach Essen und das auf den Essanfall folgende Erbrechen werden fast immer verheimlicht. Dennoch erkennen die Betroffenen sehr deutlich, dass sie krank sind. Der Leidensdruck ist meist erheblich. Außenstehende merken meistens nicht von der Bulimie, weil Ess-Brech-Süchtige häufig gar kein oder nur wenig Übergewicht haben und sie es oft verstehen das Erbrechen so unauffällig zu gestalten, dass es bspw. dem Partner gar nicht auffällt.

Bleibt eine Bulimie lange unbehandelt, kann es zu schweren körperlichen und psychischen Folgeerkrankungen kommen.

Zu den psychischen Folgen gehören Depressionen, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl sowie akute Selbstmordgedanken. Körperliche Folgen können u. a. sein:
 

  • Entzündungen der Speicheldrüsen
  • Zahnschädigungen (Karies)
  • Risse in der Speiseröhre und in der Magenwand
  • Haarausfall, brüchige Nägel, trockene Haut
  • niedriger Blutdruck
  • Ödeme
  • Menstruationsstörungen
  • Störungen des Stoffwechsels
  • Herz-Rhythmus-Störungen

Oft ist die Bulimie mit erheblichen Geldausgaben für Nahrungsmittel verbunden, die zu sozialen Problemen (Verschuldung etc.) führen kann.